Projekt Schleifklotz

Richard Wanker und Johann Zingerle entwickelten an ihrer Schule in Welsberg (Tirol) ein komplexes Werkstück mit verschiedenen Fertigungsverfahren der Holzbearbeitung. Als gelernter Holzbildhauer war Richard die Ästhetik des Griffstücks besonders wichtig. Jeder Schüler legt seine eigene Hand als Vorlage an und arbeitet die Vertiefungen der Griffmulden aus. Im Technikunterricht könnte sich folgender Einstieg anbieten. Von den Eigenschaften der einzelnen Holzarten ausgehend lassen sich die Forstwirtschaft und die Holzindustrie darstellen. Später folgen die Fertigungsplanung mit Stückliste, Arbeitsablaufplan und die Einzelteilzeichnungen, die für dieses Werkstück schon sehr komplex sind. Eine erweiterte Fertigungsdokumentation mit Bautagebuch und Bewertung runden die Arbeit ab.

Unterrichtseinstieg

Lena hat diesen Schleifklotz bei ihren Vater Volker in der Werkstatt entdeckt. Er stammt noch aus seiner Schulzeit. Damals hat man diesen Schleifklotz als „Werkstück des Lebens“ bezeichnet. Und tatsächlich wendet er ihn heute noch zum Feinschliff an, obwohl er fast zu schade dafür ist. Heute sind seine Hände viel größer und passen nicht mehr richtig in die Griffmulden hinein. Den grünen Filz musste er schon mehrfach austauschen, aber die Schleifplatte aus Sperrholz ist noch makellos. Das schöne Griffstück wurde mal aus Lindenholz gefertigt. Es hat kurze Fasern und lässt sich sehr gut schnitzen. Er hat sogar seine Initialen eingeschnitzt.

Lena ist sehr stolz auf ihren Vater, weil dieses Schleifklotz so gut gelungen ist. Sie schlägt ihrem Lehrer vor, dieses Werkstück im Fach Technologie zu bauen. Der Lehrer ist dazu bereit, hat aber keine Pläne dafür. Nach so langer Zeit hat auch Volker seinen Hefter nicht mehr. Schade, doch kein Problem. Zusammen mit Lena setzt er sich hin und zeigt ihr, wie man eine Fertigung plant.

Aufgabe: Welche Werkstoffe werden im Text genannt. Nenne noch weitere Werkstoffe und Bauteile, die du auf dem Bild siehst oder noch vermutest.

Methode der technologischen Reihe neu entdeckt

Die technologische Reihe (auch methodische Reihe) wurde vor Jahren noch sehr häufig im Werkunterricht angewendet. Auf Schautafeln wurde dafür ein Werkstück im Original in chronologischen Fertigungsabschnitten gezeigt. Diese aufwendige Darstellung wird heute kaum noch angewendet. Stattdessen kann dies mit Fotos oder Fertigungsvideo, wie es häufig auf YouTube gezeigt wird, realisiert werden. Ein besonderer Reiz ist die Sortieraufgabe der einzelnen Fertigungsschritte. In einer Kleingruppe können sich die Schüler über eine vernünftige Reihenfolge einigen und daraus ihren Arbeitsablaufplan ableiten. Für eine bessere Übersicht sollten bei komplexeren Werkstücken die Fertigung in mehrere Abschnitte geteilt werden. In der vorliegenden technologischen Reihe sind teilweise auch Maße zusehen, um Zeichnungen vervollständigen zu können oder den richtigen Bohrerdurchmesser für den Arbeitsablauf zu ermitteln.

Technologische Reihe

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