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Kommunikationstechnik

 

Zahlreiche Erfindungen und Entdeckungen waren notwendig, um mit elektrischen Signalen Informationen auszutauschen. Über die Wegbereiter Carl Friedrich Gauß und Wilhelm Weber vollzogen die sächsischen Gymnasiallehrer im naturwissenschaftlichen Profil den Entwicklungsweg vom Nadeltelegraph zur Telefonie. Das technische Experiment und die praktische Nachbildung von historische Instrumenten standen im Mittelpunkt der 3-tägigen Fortbildung.

Mit einem selbst gefertigten 3-flügeligen Telegraphen wurden Codierungsvorschriften und Sendeprotokolle erstellt, erprobt und optimiert.

Probleme bereitete die schlechte Sichtbarkeit, wegen fehlender Kontraste. So müssten die Flügel größer und farbiger gestaltet werden, damit sie sich vom Hintergrund abheben. Eine weitere Lösung wäre eine monchrome Hintergrundtafel. Der selbsterstellte Code war leider nicht spiegelsymmetrisch, so dass fehlerhafte Zeichen übertragen wurden. Schnell erkannten die Teilnehmer die Notwendigkeit von Trennzeichen und Irrungen.

Gauß und Weber sind die Pioniere der elektrischen Datenübertragung. Versuche zur Erforschung des Erdmagnetfeldes erforderten einen schnellen Datenaustausch. So kam der "Multiplikator" und die Entdeckung des Elektromagnetismus gerade recht, um mit einem Elektromagneten und einer empfindlichen Magnetnadel Daten auszutauschen.

Die Nadeltelegraphlinie wurde mit einem sehr empfindlichen Fadenkompass und einem Elektromagneten (Galvanometer) nachgestellt. Der binäre Code wurde durch Umpolung der Stromquelle und entsprechender Ablenkung der Magnetnadel erzeugt.

Ein zuverlässiger Morsetaster lässt sich mit einfachen Mitteln herstellen. Eine Wäscheklammer ist Träger, Hebel und Feder zugleich. Als zuverlässiger Kontakt dient ein handelsüblicher Mikrotaster. Sein Wechslerkontakt erlaubt den Halbduplexbetrieb. Auf langen Leitungen mußten die Signale durch einen elektromagnetischen Schalter verstärkt werden. In Anlehnung der Pferdewechselstationen wurde dafür der Begriff Relais übernommen.

Die ersten Relais waren viel einfacher und weniger kompakt aufgebaut. Doch lässt sich das Wirkprinzip viel einfacher veranschaulichen. Als Tongeber diente zuerst eine einfache Klingel später ein Sinusgenerator. Der Sendebetrieb fand im Halbduplex statt. Groß war die Freude, als nach mühsamer Verdrahtung der erste Ton in der Partnerstation erklang.